Aber was sind das für Leute? Tragen manche dieser Geschöpfe nicht recht merkwürdig futuristische Hemden und Hosen, die wie Exoskelette wirken? „Unlikely Creatures“, „unwahrscheinliche Geschöpfe“, lautet der Titel einer Serie, die Billinger/Schulz 2016 begonnen haben und nun mit diesem dritten Teil abschließen. Ging es zuerst um Körperbilder und Optimierung, dann um Populismus und Rausch, so sind wir nun bei der Zukunft des Menschen gelandet. Wo gehen wir hin? Zu mit künstlichen Methoden optimierten Körpern und Sinnen? Oder, so insinuiert es eine der Tänzerinnen kriechend und schnüffelnd, zum Tier? Zum Raubtier gar, wenn nach einer guten Stunde die Erwachsenen immer wieder paarweise einander an die Gurgel gehen? Billinger/Schulz haben ihr Team ein weiteres Mal vergrößert. Zu dem halben Dutzend Erwachsene gesellen sich vier Kinder, die zwar rüde mit Büchern umgehen und in ein Monsterkostüm schlüpfen – immerhin aber sind sie es auch, die aus den gleichförmigen Gruppentänzen ausscheren, an denen die Erwachsenen sich abarbeiten. Der riesige Raum, locker gefüllt mit teilweise sich wiederholenden Bewegungsmustern, riesigen Gemälden und allerhand Mobiliar scheint diesmal Billinger/Schulz Neigung zur Leerstelle regelrecht zu materialisieren. Frankfurter Allgemeine Zeitung