Es geht um Liebe und ihre Krisen, um den Beginn und das Ende einer Beziehung. Und mag auch alles erfunden sein, so wirkt der Auftritt der beiden Performer, Tänzer, Choreografen doch sehr persönlich und intim. (…) Das Mitgeteilte färbt den Tanz, den sie im zweiten Teil zeigen. Wenn sie langsam übereinander steigen oder rollen, wenn sie im Einklang hüpfen, meint man zu sehen, wie gut sich diese Körper kennen. Raffiniert bedienen die zwei jungen Performer das Verlangen nach Authentizität. Frankfurter Rundschau 

Liebe in der analogen Welt. Nackt wie Adam und Eva treten sie auf, kostümieren sich Kleidungsstück für Kleidungsstück als Mann und Frau und beginnen nebeneinander stehend über die Liebe in unsicheren Zeiten zu reden. In einem geschickt verzahnten, persönlich anmutenden Text, den sie vom Blatt lesen und der die Zuschauer über den tatsächlichen Status ihrer Beziehung im Unklaren lässt, denken sie über den Stellenwert von Beziehungen nach, über Möglichkeiten, diese zu leben, und Gründe, sie zu beenden. Aus der Geschichte wird allmählich ein Tanz, der zunächst immer abstrakter und unpersönlicher wird, bevor er (…) wirkungsvoll ins Melodramatische kippt. First Life – ein Melodram spielt geschickt mit theatralen Formen und Masken, hinter denen jedoch die ernste Suche immer durchscheint: nach etwas, das im ersten, nicht digitalen Leben, wirklich zählt. Theater heute “The future will be confusing”

Die erste Frage, die man den beiden Künstlern für gewöhnlich nach Auftritten stellt, ist die nach der privaten Zusammengehörigkeit. Das ist interessant – und motivierte die beiden Düsseldorfer Absolventen der Gießener Angewandten Theaterwissenschaft zu einer doppelbödigen Performance zwischen Tanz und Lecture. Der Zuschauer denkt Duo- Protagonisten auf der Bühne immer zusammen, aus ihrer Interaktion resultiert also auch eine gefühlte, gedachte, angestrebte, angezweifelte Zusammengehörigkeit der Darsteller in Sachen Emotion, Erotik, Privatheit und Verantwortung. Und Billinger/ Schulz geben dem Affen staubtrockenen Zucker. (…)
Das Vergnügen an dieser auf den ersten Blick nicht eben heiteren Aktion besteht aus der eigenen Bereitschaft, in die akribisch ausgelegten Fallen zu tappen. Selbst als die beiden offenherziger und emotionaler werden, glauben wir ihnen auch die finale „wahre“ Beziehungsgeschichte nicht mehr. Was wir aber sahen und hörten, ist eine tief berührende, melancholische Studie über Liebe, Beziehung und deren Anfälligkeit für Vergänglichkeit. Wenn die beiden dann wieder nackt die dramaturgische Klammer schließen, um einzeln abzugehen, spielt es keine Rolle mehr, ob sie zusammen sind oder waren. Die Möglichkeit einer Liebe ist bei aller Melancholie eine frohe Botschaft. Mannheimer Morgen

Oder Billinger & Schulz, die in ihrer leisen Performance First Life – ein Melodram mit viel Feinsinn eine Paar-Biografie entwerfen und im gleichen Atemzug demontieren, für ein Publikum, das Spaß an dem Spiel mit Wiederholung und Differenz findet. Deutschlandradio 

Was sie darstellten, war eine alltägliche Liebesgeschichte. Und das war gut so und anrührend. Die Rheinpfalz 

Ein Glücksfall, denn ihre Tanzperformance „First life“ nimmt das im Tanz so beliebte Thema Beziehung ironisch aufs Korn. (…) Das Äußere wird zur Metapher der Innerlichkeit, die skurrile Nüchternheit des Umgangs zum Sinnbild für die unerfüllbare Sehnsucht nach Liebe. choices – Kultur. Kino. Köln.

Das Protokoll wird löchrig, unwirklich und ist vielleicht nur fingiert. Die Anekdoten wiederholen und verändern sich. (…) Die räumliche Distanz zwischen den Körpern wird verringert in einer Choreographie des Übereinanderwälzens, in der sich die beiden Performer in einer Schleifenbewegung in Zeitlupe umschlingen und übereinander rollen. Doch obwohl sie sich umschlingen, scheinen sie immer noch merkwürdig separiert. Ihre Gesichter verziehen sich zu maskenhaften Grimassen der Freude (oder Häme?) und des Schmerzes (oder Schreckens?) und es fällt schwer, zwischen Anziehung und Abstoßen der Körper zu unterscheiden. Sie wirken in ihren Bewegungen wie von sich selbst isolierte Figuren eines Computerspiels. (…)
Beginn und Abschluss der Performance finden eine klare Setzung, eine Choreographie, die vielleicht das ermöglicht hat, was anfangs unmöglich schien und gescheiterten Beziehungen gesellschaftlich versagt wird: ein Anfang und ein Ende. lauttraum blog