Während der Pandemie wollten wir ein lange geplantes Projekt zeigen: einen Tanzabend, an dem ein ganzes Theater plus Parkplatz bespielt werden sollte. Diese Arbeit konnte aufgrund der Lockdowns jedoch nicht live aufgeführt werden. Deshalb entschieden wir uns, mehrere Tanzfilme aus den einzelnen Choreographien zu produzieren und die Situation der damaligen Leerstände so zu nutzen.
In diesen Choreographien begegneten wir mit unserem Ensemble dem Ungewissen und Unbestimmten der Ausnahmesituation mit einem Plan und einer Aufgabe an uns selbst: Wenn wir schon keine Aufführungen machen können, dann nutzen wir die Gelegenheit, das Medium von Tanzfilm und -video auf für uns interessante Weise zu befragen. Gleichzeitig ging die damalige Situation in die Filme ein: Menschen und Körper getrennt voneinander, die in Bubbles und Blasen auseinanderdriften, ein Leben mit Maßnahmen zwischen Ermöglichung und Repression. Strategisch betrachteten wir die Arbeiten dabei als Vorstudien zukünftiger Stücke und Ruinen unseres nicht-zeigbaren Vorhabens, immer noch verortet zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Auto, Foyer und Theaterraum. Mit der Idee und dem Wunsch, im Übergang doch zu tanzen.
Die im Rahmen von Tanzabend/N.N entstandenen Choreographien Car Walk, Picknick, untitled (mirror), Winter Song und Videotanz wurden zunächst in einem digitalen Raum präsentiert und dann zu verschiedenen internationalen Tanzfilmfestivals eingeladen, wo zwei von ihnen auch prämiert wurden. In Kuba werden sie jetzt zum ersten Mal physisch an einem Ort im Rahmen eines zusammenhängenden Screenings präsentiert.
Konzept, Choreographie, Raum, Sound, Kostüme: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Performance: Sakurako Awano, Thomas Bauer, Magdalena Dzeco, Camilla Fiumara, Challenge Gumbodete, Nadja Simchen. Kamera, Performance Videotanz: Jungyun Bae, Magdalena Dzeco, Challenge Gumbodete, Frank Koenen, Sanna Lundström. Kamera, Schnitt: Florian Krauß. Zusammenarbeit Raum: Marlin de Haan. Zusammenarbeit Kostüme: Sandra Li Maennel. Aufnahmeleitung, Produktionsassistenz: Sarah Schäfer. Kameraassistenz, Postproduktion: Felix Bausch. Kostümassistenz: Souheila Benhassen, Lea Sommer. Projektorganisation: Emma Atzenroth, transmissions GmbH. Set-Runner: Paula Veenema. Mitarbeit Bewegungsrecherche Car Walk: Gal Fefferman. Produktion: Billinger & Schulz. Koproduktion: FFT Düsseldorf, Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt am Main im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main. Gefördert durch: NATIONALES PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz., Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Vorrecherche zu Videotanz wurde gefördert durch ein RELOAD-Stipendium der Kulturstiftung des Bundes. Die künstlerische Arbeit von Verena Billinger und Sebastian Schulz wird mehrjährig gefördert durch die Stadt Frankfurt am Main sowie durch die Konzeptionsförderung Tanz des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung: Alte Oper Frankfurt. Die Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt von Künstler*innenhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wurde ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz (Aventis Foundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main).
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