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Violent Interactions

In the workshop “Violent Interactions”, we want to discuss questions that might have come up from watching the piece “Violent Event ˟” and practically explore interacting with each other violently. Through tasks and exercises, we want to experiment with physically touching upon borders concerning the phenomenon of violence while at the same time not transgressing them. How is dealing with the (taboo of) violence possible without sacrificing the body? Which kinds of potentially destructive interactions can we make accessible to produce scenes of violence that are not negating their content entirely? If negating violence produces more violence in the extreme, is there the possibility of a living “with” violence? We will speak about it and try out things!

 

Artist’s Talk: Violent Event ˟

Led by two young German directors, the company explores the issue of violence in quite raw yet dispassionate forms.

Violence fascinates us all in a deeply and disturbing way. Hitting, cutting, ripping, shooting, chopping into pieces – all seem far closer to us than we would like to admit. The deformed fragmented body attracts our attention and repels it, captivates our empathy: cruel, beautiful. In our choreography, we practice tactical ruthlessness and escalation, and develop strategies with our five-person ensemble for examining our propensity towards violence. In doing so, we explore the paradox boundaries of mediated and staged violence and challenge the protected space of the theatre: How is a life possible that is always also already permeated by violence? How can the body be thrown into the battle without sacrificing it?
Violent Event ˟ challenges our constructed impulse to judge that violence is inherently bad, and the perpetrator is therefore evil. This quick judgement leads us to abandon a careful investigation of violence and its perpetrators, and often results in superficial solutions like simply eliminating violence and the perpetrators. In itself an act of violence. So, not only do we fail to solve the problem, but we also indirectly encourage the cycle of violence to continue.

 

Janjira Sombatpoonsiri, PhD, is Assistant Professor in International Relations at Bangkok’s Thammasat University, and an expert on violence. Here she leads a panel discussion on Violent Event ˟, one of BIPAM’s showcase events depicting and dissecting violence, particularly focusing on what may happen when context is absent and only the act of violence remains. We delve deeper into the views of German people, finding similarities and contrasts between German and Asian ideas of violence.

Zeit / Temps

„Wenn mich niemand darnach fragt, weiß ich es, wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären sollte, weiß ich es nicht.“ (Augustinus)

„Aber die Zeit“, so die Hofmarschallin, „die ist ein sonderbares Ding. / Wenn man so hinlebt, / ist sie rein gar nichts. / Aber dann auf einmal, / da spürt man nichts als sie: / sie ist um uns herum, / sie ist auch in uns drinnen.“ (Der Rosenkavalier, Hugo von Hoffmannsthal)

In ihrer aktuellen Performance Zeit / Temps feiern die Choreographen Verena Billinger und Sebastian Schulz ein opulentes Kostümfest und nehmen uns mit auf eine Zeitreise von Reifröcken bis zu High Heels, von langlockigen Barockperücken zu Gel-Frisuren. In immer wieder neuen Kleidern bewegt sich das neunköpfige Ensemble dabei durch die Tanz- und Kostümgeschichte und durch die rauschend-rinnende, rieselnd-strömende Zeit. In steter Bewegung wandeln die Tänzer*innen durch den weiten Raum, wechseln als lebendige Skulpturen und in den Tanz entrückt, ihre Positionen und Posen. Dabei driften sie durch die Stile der letzten Jahrhunderte, während in eigenwilligen Zeitsprüngen die Geschichte des Körpers in den unterschiedlichen Epochen der Neuzeit erfahrbar wird.

Das Publikum ist eingeladen sich frei im Raum zu bewegen.
Dauer: 210 Minuten

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Von und mit Sakurako Awano, Sheena Brunhart, Magdalena Dzeco, Camilla Fiumara, Challenge Gumbodete, Frank Koenen, Sanna Lundström, Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva, Robert Redmer. Kostüme: Sandra Li Maennel, Katharina Pia Schütz. Licht, Technik: Hendrik Borowski. Projektorganisation: Sofie Luckhardt. Kostümassistenz: Souheila Benhassen, Lea Sommer. Ausstattungshospitanz: Evgenija Gerciu, Amos Zielinski. Fotos, digitale Umsetzung Collagen: Marie Köhler. Produktion: Billinger & Schulz. Koproduktion: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, FFT Düsseldorf. Gefördert vom, Kulturamt Frankfurt am Main, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kunststiftung NRW. Unterstützt durch das Frankfurt LAB, Z – Zentrum für Proben und Forschung. Die künstlerische Arbeit von Verena Billinger und Sebastian Schulz wird mehrjährig gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main sowie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Presse/Kritiken

Plakat-Ausstellung

Über zwei Monate bespielen wir die Außenwand des Baues Haus e.V. Dabei nähern wir uns mit einer stark reduzierten Bildcollage und einer von unserem Blick auf Körper, Bewegung und Tanz geprägten Haltung dem Thema der Blauen Wand – “Alle” – an. So stellen wir drei visuell und formal prägnante Aufnahmen unserer Arbeiten zu einer graphischen Anordnung zusammen und übergeben diese Inszenierung den Fragestellungen und Wahrnehmungen der Betrachter*innen. Diese gerät, wie in einer choreographischen Arbeit die Körper und die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen, zwischen den Bildern in Bewegung.

Zur Vernissage wurde in den Räumlichkeiten des Blaues Haus e.V. ein Videomittschnitt der Performance Violent Event gezeigt.

Ausstellungszeitraum: 03. August bis Mitte Oktober 2017

Zeit / Temps (Paris Try Out)

Die mehrstündige Performance Zeit / Temps (Paris Try Out) ist eine erste Recherche und Experiment zu unserer aktuellen Auseinandersetzung mit Choreographie als Geschichte machendem Konzept der Neuzeit: Wie lebendige Skulpturen verharren sechs Performer_innen in wechselnden Konstellationen auf einer leeren Bühne. Dabei tragen sie unterschiedliche historische Kostüme und begeben sich in ein Spannungsfeld zwischen ihrem inszenierten körperlichen Erscheinen und der Situation, die sie mit den anderen Anwesenden teilen. Sie stehen herum, warten, zögern und verändern manchmal ihre Positionen. Damit treten sie ein ins Bild und in den von der Choreographie historisch eröffneten Raum der Geschichte, den diese in der künstlichen Eigenzeit des Tanzes, als veränderter, transformierter neuer Zeit, der Zeit von Natur und Religion entgegensetzt. Dabei öffnen sie eine Fuge im Raum zwischen Leere und Form, Geschichte und Kontingenz – schauen der Zeit beim Vergehen zu, grüßen die Möglichkeit, lauschen dem Moment und dem Schweigen verklungener Stimmen.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Performance: Jungyun Bae, Léonard Engel, Gal Fefferman, Robert Redmer, Robin Rohrmann, Judith Wilhelm. Kostüme: Sandra Li Maennel. Projektorganisation: Mathias Meis. Gefördert durch das Goethe-Institut Paris, iDAS nrw, Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V.