Archiv der Kategorie: Allgemein

Artist’s Talk: Violent Event ˟

Led by two young German directors, the company explores the issue of violence in quite raw yet dispassionate forms.

Violence fascinates us all in a deeply and disturbing way. Hitting, cutting, ripping, shooting, chopping into pieces – all seem far closer to us than we would like to admit. The deformed fragmented body attracts our attention and repels it, captivates our empathy: cruel, beautiful. In our choreography, we practice tactical ruthlessness and escalation, and develop strategies with our five-person ensemble for examining our propensity towards violence. In doing so, we explore the paradox boundaries of mediated and staged violence and challenge the protected space of the theatre: How is a life possible that is always also already permeated by violence? How can the body be thrown into the battle without sacrificing it?
Violent Event ˟ challenges our constructed impulse to judge that violence is inherently bad, and the perpetrator is therefore evil. This quick judgement leads us to abandon a careful investigation of violence and its perpetrators, and often results in superficial solutions like simply eliminating violence and the perpetrators. In itself an act of violence. So, not only do we fail to solve the problem, but we also indirectly encourage the cycle of violence to continue.

 

Janjira Sombatpoonsiri, PhD, is Assistant Professor in International Relations at Bangkok’s Thammasat University, and an expert on violence. Here she leads a panel discussion on Violent Event ˟, one of BIPAM’s showcase events depicting and dissecting violence, particularly focusing on what may happen when context is absent and only the act of violence remains. We delve deeper into the views of German people, finding similarities and contrasts between German and Asian ideas of violence.

Zeit / Temps

In Zeit / Temps feiern Verena Billinger und Sebastian Schulz ein opulentes Kostümfest und laden zu einer Zeitreise von Reifröcken bis zu High Heels, von langlockigen Barockperücken zu Gel-Frisuren ein. In immer wieder neuen Kleidern bewegt sich das neunköpfige Ensemble durch die Tanz- und Kostümgeschichte und durch die rauschend-rinnende, rieselnd-strömende Zeit. In steter Bewegung wandeln die Tänzer_innen durch den weiten Raum, wechseln als lebendige Skulpturen und in den Tanz entrückt, ihre Positionen und Posen. Dabei driften sie durch die Stile der letzten Jahrhunderte, während in eigenwilligen Zeitsprüngen die Geschichte des Körpers in den unterschiedlichen Epochen der Neuzeit erfahrbar wird.

„Wenn mich niemand darnach fragt, weiß ich es, wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären sollte, weiß ich es nicht.“ (Augustinus)

„Aber die Zeit“, so die Hofmarschallin, „die ist ein sonderbares Ding. / Wenn man so hinlebt, / ist sie rein gar nichts. / Aber dann auf einmal, / da spürt man nichts als sie: / sie ist um uns herum, / sie ist auch in uns drinnen.“ (aus: Hugo von Hoffmannsthal, Der Rosenkavalier)

Das Publikum ist eingeladen sich frei im Raum zu bewegen.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Tanz, Performance: Sakurako Awano, Sheena Brunhart, Magdalena Dzeco, Camilla Fiumara, Challenge Gumbodete, Frank Koenen, Sanna Lundström, Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva, Robert Redmer. Kostüme: Sandra Li Maennel, Katharina Pia Schütz. Licht, Technik: Hendrik Borowski. Projektorganisation: Sofie Luckhardt. Kostümassistenz: Souheila Benhassen, Lea Sommer Ausstattungshospitanz: Evgenija Gerciu. Fotos: Marie Köhler, Florian Krauß. Produktion: Billinger & Schulz. Koproduktion: Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt am Main, FFT Düsseldorf. Gefördert vom, Kulturamt Frankfurt am Main, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kunststiftung NRW. Unterstützt durch das Frankfurt LAB, Z – Zentrum für Proben und Forschung. Die künstlerische Arbeit von Verena Billinger und Sebastian Schulz wird mehrjährig gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main sowie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser.

Dauer / Duration: 210 Min.

Presse

Plakat-Ausstellung

Über zwei Monate bespielen wir die Außenwand des Blaues Haus e.V. Dabei nähern wir uns mit einer stark reduzierten Bildcollage und einer von unserem Blick auf Körper, Bewegung und Tanz geprägten Haltung dem Thema der Blauen Wand – „Alle“ – an. So stellen wir drei visuell und formal prägnante Aufnahmen unserer Arbeiten zu einer graphischen Anordnung zusammen und übergeben diese Inszenierung den Fragestellungen und Wahrnehmungen der Betrachter*innen. Diese gerät, wie in einer choreographischen Arbeit die Körper und die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen, zwischen den Bildern in Bewegung.

Zur Vernissage wurde in den Räumlichkeiten des Blaues Haus e.V. ein Videomittschnitt der Performance Violent Event gezeigt.

Ausstellungszeitraum: 03. August bis Mitte Oktober 2017

Zeit / Temps (Paris Try Out)

Die mehrstündige Performance Zeit / Temps (Paris Try Out) ist eine erste Recherche und Experiment zu unserer aktuellen Auseinandersetzung mit Choreographie als Geschichte machendem Konzept der Neuzeit: Wie lebendige Skulpturen verharren sechs Performer_innen in wechselnden Konstellationen auf einer leeren Bühne. Dabei tragen sie unterschiedliche historische Kostüme und begeben sich in ein Spannungsfeld zwischen ihrem inszenierten körperlichen Erscheinen und der Situation, die sie mit den anderen Anwesenden teilen. Sie stehen herum, warten, zögern und verändern manchmal ihre Positionen. Damit treten sie ein ins Bild und in den von der Choreographie historisch eröffneten Raum der Geschichte, den diese in der künstlichen Eigenzeit des Tanzes, als veränderter, transformierter neuer Zeit, der Zeit von Natur und Religion entgegensetzt. Dabei öffnen sie eine Fuge im Raum zwischen Leere und Form, Geschichte und Kontingenz – schauen der Zeit beim Vergehen zu, grüßen die Möglichkeit, lauschen dem Moment und dem Schweigen verklungener Stimmen.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Performance: Jungyun Bae, Léonard Engel, Gal Fefferman, Robert Redmer, Robin Rohrmann, Judith Wilhelm. Kostüme: Sandra Li Maennel. Projektorganisation: Mathias Meis. Gefördert durch das Goethe-Institut Paris, iDAS nrw, Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V.

UNLIKELY CREATURES (drei) us hearing voices

Identitätsverwirrte Androiden, alles verschlingende Aliens oder die von einer globalen Klimakatastrophe heimgesuchte Erde: wann immer Menschen den Ausblick in die Zukunft wagen, tun sie dies in einer verworrenen, oft furchterregenden Mischung aus Vertrautem und Unvertrautem, die dem Unwahrscheinlichen einen subversiven Spielraum verschafft. In „us hearing voices“, dem letzten Teil unserer Trilogie über den Menschen als undefiniertes Wesen, öffnen wir diesen „Unlikely Creatures“ der Zukunft die Tanzbühne. Wie in einem Skizzenbuch erfassen, verwischen und übermalen wir Visionen aus Film, Literatur, Wissenschaft, Architektur und Musik. Das große, generationsübergreifende Ensemble changiert dabei zwischen dem Idealbild einer kommenden Gesellschaft und einer epischen Projektionsfläche für die Überhänge, Brüche und Widersprüche, die in gegenwärtigen Körperbildern und Identitätskonstruktionen noch keinen Raum gefunden haben.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Von und mit: Jungyun Bae, Magdalena Dzeco, Gal Fefferman, Emil Gempp-Friedrich, Challenge Gumbodete, Lilith Kaupp, Sanna Lundström, Robert Redmer, Robin Rohrmann, Salome Weber, Judith Wilhelm. Bühne: Marlin de Haan. Kostüme: Sandra Li Maennel. Licht: Matthias Rieker. Sound: David Rittershaus. Video: Anton Kaun. Projektorganisation: Sofie Luckhardt. Betreuung Kinder: Marika Ostrowska. Kostümassistenz: Ronja Spies. Digitale Bearbeitung/Herstellung Übermalungen: Marie Köhler. Fotos: Florian Krauß, Marina Weigl. Produktion: Billinger & Schulz. Koproduktion: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, FFT Düsseldorf, tanzhaus nrw. Gefördert durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt Frankfurt am Main, Kunststiftung NRW, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf. Unterstützt durch das Frankfurt LAB.

Presse

Lächeln für AirBnB / X Shared Spaces

Die Zuschauer werden in einer Privatwohnung, die via AirBnB an Besucher der Stadt vermietet wird, willkommen geheißen.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Von und mit Nehle Breer, Christian Löber, Kamel Najma, Bibiana Picado Mendes. Collagen: Billinger & Schulz / digitale Umsetzung: Marie Köhler.

UNLIKELY CREATURES (II) we dance for you

Im zweiten Teil unserer Trilogie zu unwahrscheinlichen Wesen laden wir Sie in eine Arena ein und versprechen: we dance for you. Während Sie sich rund um den Tanzboden platzieren, bringen die Performer_innen ihre Körper zum Vibrieren und Zittern. Nachdem es im ersten Teil um all jene Kreaturen der Tanzgeschichte ging, die davon berichteten, wie wir nie ganz hineinpassen, in unser Bild von uns selbst, beschäftigt sich die aktuelle Choreographie mit den Verzweigungen, Unvereinbarkeiten und Unschärfen der Gegenwart: unserer schönen, gelingenden Zeit, dem Hier und dem Jetzt.

Konzept, Choreographie: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Von und mit Jungyun Bae/Magdalena Dzeco, René Huari, Frank Koenen, Sanna Lundström, Robin Rohrmann. Mitarbeit Kostüm: Sandra Li Maennel. Technik: Matthias Rieker, Norbert Zacharias. Mitarbeit Bewegungsrecherche: Hannah Dewor, Léonard Engel, Nicolas Niot. Produktionsassistenz: Sofie Luckhardt. Fotos: Florian Krauß. Produktion: Billinger & Schulz. Koproduktion: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, FFT Düsseldorf. Kooperation: Festival Frankfurter Positionen, Kunsthalle Düsseldorf. Gefördert durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kunststiftung NRW, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kulturamt Frankfurt am Main, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Presse/Kritiken

First Life – ein Melodram

In First Life – ein Melodram beschäftigen wir uns mit realen und fiktiven Beziehungen, mit Liebe, Schmerzen und Gesellschaft. Obwohl in letzterer recht häufig über Gefühle gesprochen wird, einigt man sich gerne darauf, dass Emotionen zwar wichtig seien, man aber wegen der aktuellen Liaison nicht hysterisch werden solle, dass alles relativ sei. Seltener sagt jemand: „Für mich ist eine glückliche Beziehung das Einzige, das zählt.“ Wir loten den eingeschränkten Verhandlungsspielraum aus und spielen mit der Nähe zum Publikum. Dabei widmen wir uns dem so unrealistischen und naiven wie zugleich legitimen Anspruch der Gefühle auf einen glücklichen Ausgang von Geschichten, die eigentlich, zum Beispiel weil besagte Gefühle sich geändert haben, bereits zu Ende sind.

Konzept und Performance: Verena Billinger & Sebastian Schulz. Mitarbeit: Arnita Jaunsubrēna, Iva Sveshtarova. Musik: Markus Mehr. Licht: Katharina Stephan. Fotos: Florian Krauß. Gefördert durch Kulturamt Frankfurt, Kulturamt Gießen und die HTA. Mit freundlicher Unterstützung des Residenzprogramms PACT Zollverein in Essen. First Life – ein Melodram ist eine Kooperation zwischen Verena Billinger und Sebastian Schulz, Künstlerhaus Mousonturm und Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen im Rahmen der Hessischen Theaterakademie.

Presse/Kritiken
Artikel Frankfurter Rundschau